Lernen, wie Klimabildung weltweit innovativ umgesetzt wird, wie andere Länder Klimabildung bildungspolitisch verankern, woran man die Qualität und den Fortschritt von globaler Klimabildung messen kann: Das MECCE-Projekt, ein internationales Kooperationsprojekt mit über 100 Partnerinstitutionen weltweit (u. a. UNFCCC, UNESCO, IPCC), gibt hier wichtige Impulse. Auf der öffentlich zugänglichen „Data Platform“
(https://mecce.ca/data-platform/) werden wissenschaftliche Daten in Form von Länderprofilen, Best Practice Beispielen und Indikatoren zur Messung des Stands der Klimabildung bereitgestellt. Diese können eine Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen bieten, so auch im Rahmen der internationalen UN-Klimaverhandlungen. Sie können aber auch als Informationsquelle für Klimabildungsinteressierte dienen oder für konkrete Lehr-Lernsettings nutzbar gemacht werden.
Was ist ein Indikator?
Ein Indikator (wörtlich: „Anzeiger“) ist eine quantitative Größe, die nicht direkt beobachtbare Sachverhalte sichtbar macht. Indikatoren vereinfachen komplexe Informationen, so dass diese leichter interpretiert und bewertet werden können. Sie helfen dabei, Entwicklungen zu erkennen und Entscheidungen zu unterstützen (s.Baethge et al., 2010, S.15).
Länderprofile:
Die Länderprofile geben einen Einblick in die Umsetzung der Klimabildung in den jeweiligen Ländern und stellen dabei u. a. Institutionen, politische Entscheidungen, Rechtstexte und die Implementierung auf den unterschiedlichen Bildungsebenen vor. Schüler*innen können beispielsweise mit dem Fokus Klimabildung zu unterschiedlichen Bildungssystemen recherchieren, die verschiedenen politischen Institutionen und Entscheidungsebenen können in vergleichender Perspektive bearbeitet und die Umsetzung bildungspolitischer Maßnahmen kritisch reflektiert werden.
Durch die Bereitstellung von Länderprofilen aus dem globalen Norden und Süden können unterschiedliche Herausforderungen in der Umsetzung der Klimabildung diskutiert werden.
Globales Monitoring:
Eine wichtige Säule des MECCE-Projekts ist die systematische, auf Indikatoren gestützte Erfassung von Klimabildung weltweit. Dabei geht es sowohl um den Ist-Stand als auch um die Entwicklung über die Zeit hinweg. Dies kann über Indikatoren anhand von bestimmten Merkmalen aufgezeigt werden. Beispiele für Klimabildungsindikatoren wären etwa im schulischen Kontext die Verankerung von Klimabildung in Bildungsplänen, das Klimawissen von Schüler*innen oder die Wahrnehmung des Klimawandels als ernsthafte Bedrohung. Diese Datenbank kann in mehrfacher Hinsicht im Unterricht eingesetzt werden. Als Lehrkraft kann man sich einen Überblick über die Klimabildung im Vergleich zu anderen Ländern verschaffen. Für den Unterricht können die Daten einerseits verwendet werden, um mit Schüler*innen beispielsweise das Klimawissen von Schüler*innen weltweit zu analysieren und dabei den eigenen Lernprozess und -stand kritisch zu reflektieren. Er kann für eine Sensibilisierung genutzt werden, wie stark in anderen Ländern der Klimawandel wahrgenommen wird und mit existenziellen Fragen verbunden ist. Andererseits kann die Datenbank auch im Sinne der Wissenschaftsorientierung genutzt werden, um wissenschaftliches Arbeiten sichtbar zu machen und zu verstehen. Zudem werden dabei entsprechende Methodenkompetenzen bei den Schüler*innen aufgebaut: Was bedeuten die Zahlen? Was bedeutet die Grafik? Welche Aussagen können über die verfügbaren Daten gemacht werden? Welche auch nicht? Hier bestünde z. B. auch die Möglichkeit, mit den Wissenschaftler*innen direkt in den Austausch zu treten und im Unterricht über ihre Arbeit zu sprechen.
Fallstudien:
Die Fallstudien nehmen innovative Klimabildungsprojekte in den Blick, wie beispielsweise ein partizipativer Radiosender in Indien, ein Projekt in Südafrika, in dem Schüler*innen zu Forscher*innen werden, ein Programm in Ruanda in Flüchtlingscamps, der Whole School Approach an einer argentinischen Grundschule oder die „Teach the Teacher“-Initiative in Großbritannien. Sie können eine Quelle der Inspiration für die eigene Unterrichtsplanung und Schulentwicklung sein, insbesondere im Hinblick auf eine lösungsorientierte Herangehensweise. In einem Kurzfilm werden diese unterschiedlichen Ansätzen anschaulich dargestellt.
Die Pädagogische Hochschule Freiburg
(Forschungsteam Dr. Eva-Maria Waltner, Prof. Dr. Werner Rieß, und Prof. Dr. Astrid Carrapatoso) beteiligt sich an der der Entwicklung von neuen Indikatoren sowie an der Datenaufbereitung vorhandener Daten, damit sie als Klimabildungsindikatoren dem globalen Monitoring dienlich sein können.
